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Grundschutz-Berechtigungsmanagement in der Praxis: Eintritt, Wechsel und Austritt

Grundschutz-Berechtigungsmanagement nach Grundschutz++ beginnt in der Personalabteilung: Die Praktik PERS (Personal) liefert die Ereignisse Eintritt, Wechsel und Austritt, die Praktik BER (Berechtigung) setzt sie in Identitäten, Zugangskonten, Berechtigungen und Authentifizierungsmittel um. Belegbar ist das nur, wenn jedes Personalereignis einen Auslöser für die Berechtigungsverwaltung erzeugt und der regelmäßige Abgleich zeigt, dass dieser Auslöser wirkt. Diese Seite arbeitet das an einem fiktiven Lohnabrechnungsdienstleister durch: eine Einstellung, ein Wechsel in die Administration und ein Austritt eines Administrators, dazu der vierteljährliche Abgleich. Zu jedem Schritt stehen die Kennungen aus dem Anwenderkatalog (Build 2026-10-29), die Prüffrage, der Beleg und die Übergabe, und Sie sehen, an welcher Stelle der Ablauf im Fall reißt.

Pförtnerloge mit einer Wand aus gleich großen Postfächern mit leeren Messingschildern, nur wenige Fächer belegt, davor auf dem Tresen eine Tischglocke und ein aufgeschlagenes, leeres Ausgabebuch

Was BER und PERS im Katalog abdecken

Eigene Auszählung im Anwenderkatalog Grundschutz++, Build 2026-10-29, rekursiv über alle Verschachtelungsebenen:

PraktikTeilpraktikenAnforderungenMUSS / SOLLTE / KANNohne Zielobjektkategoriemit Parameter
PERS Personal6 (Grundlagen; Aufgaben, Rollen, Zuständigkeiten; Personalzugang; Personalentwicklung; Personalbetreuung; Weggang von Mitarbeitenden)305 / 24 / 1205
BER Berechtigung7 (Grundlagen, Identitätsmanagement, Zugangskonten, Berechtigungsmanagement, Umgang mit Authentisierungsmitteln, Passwortgebrauch, Schlüsselmanagement)925 / 80 / 76821

88 der 122 Anforderungen beider Praktiken haben keine Zielobjektkategorie. Nach Kapitel 3.4.1 von BSI-Standard 300-1 sind solche Anforderungen verpflichtend in das Anforderungspaket aufzunehmen, unabhängig von der Modellierung; anzuwenden sind bei normalem Schutzbedarf davon 83 auf normal-SdT, die 5 KANN-Anforderungen auf „erhöht“ sind nach Kapitel 3.4.2 optional. Für Berechtigungen und Personal entscheidet die Modellierung also wenig; die Arbeit liegt im Status und in den Belegen. Die übrigen Anforderungen hängen an Personengruppen und Systemen. Anhang 1 definiert Nutzende als „Alle natürlichen Personen, welche regelmäßig die Assets im Informationsverbund für die Institution benutzen können, unabhängig davon ob sie aus Sicht der Institution intern oder extern sind.“ Mitarbeitende sind Nutzende, die von der Institution beschäftigt werden, Administrierende sind Mitarbeitende mit Administrationsauftrag. Das ist für den Austritt wichtig: PERS.6.1 und PERS.6.1.1 hängen an Nutzenden und gelten damit auch für externe Beraterinnen und Berater.

Der Fall: ein Lohnabrechnungsdienstleister (fiktiv)

Die Lohnservice Mitte GmbH (LSM) ist erfunden, ebenso alle Personen, Zahlen und Ergebnisse; Kennungen und Anforderungen stammen aus dem Katalog. Die LSM rechnet für Auftraggeber Löhne und Gehälter ab, hat 140 Mitarbeitende und rund 30 externe Nutzende von Dienstleistern. Identitäten und Zugangskonten verwaltet ein zentraler Identitätsdienst (BER.3.1), an dem Verzeichnisdienst, Abrechnungsanwendung und Fernzugang hängen. Auslöser für Identitäten ist das Personalsystem.

Im Fall laufen drei Ereignisse durch: Frau S. beginnt als Sachbearbeiterin in der Abrechnung (Eintritt). Herr W. wechselt aus der Pflege der Personalstammdaten in die Administration des Verzeichnisdienstes (Wechsel). Herr A., Administrator mit Zugriff auf das Notfallzugangskonto des Verzeichnisdienstes und auf ein Gruppenkonto an der Leitstandkonsole, verlässt die LSM (Austritt). Am Quartalsende gleicht die LSM dokumentierte und tatsächlich vergebene Berechtigungen ab.

Vorab: die Parameter festlegen

Viele Anforderungen in BER und PERS lassen den eigentlichen Wert offen. Nach Kapitel 3.5 von 300-1 konkretisiert die Institution diese Parameter bei oder nach der Erstellung des Anforderungspakets. Ohne festgelegten Wert lässt sich kein Status vergeben, weil offen bleibt, wogegen geprüft wird. Die LSM legt fest (fiktiv):

AnforderungParameter im KatalogFestlegung der LSM
BER.3.2 Einrichtung von Zugangskonten autorisieren; BER.4.2 Zuweisung von Berechtigungen autorisieren[bestimmte Personen oder Rollen]fachliche Führungskraft; für Administrationsrechte zusätzlich die Leitung IT
BER.4.4 vergebene Berechtigungen auf Erforderlichkeit überprüfen[regelmäßig]vierteljährlich; die Katalogerläuterung nennt als mögliche Werte quartalsweise, halbjährlich oder jährlich „je nach Kritikalität der Systeme und Sensibilität der Daten“
BER.4.4.1 dokumentierte und tatsächlich vergebene Berechtigungen auf Übereinstimmung überprüfen[regelmäßig]vierteljährlich, zusammen mit BER.4.4
BER.2.3 Stammdaten einer Identität anhand allgemeiner Stammdaten überprüfen[regelmäßig]monatlich gegen das Personalsystem; für Externe gegen die Vertragsliste der Dienstleistersteuerung, sobald sie angebunden ist (siehe Befund 1)
BER.3.14 Wiederverwendung von Zugangskonten blockieren[einen bestimmten Zeitraum]ein Jahr, für Administrationskonten dauerhaft
PERS.4.2 rollenspezifische Schulungen und Sensibilisierungen bei Neuzugang ausführen[regelmäßig]bei Neuzugang und jährlich
PERS.5.3 Vertrauenswürdigkeit überprüfen[definierte sicherheitskritische Rollen], [regelmäßig]Administrierende des Verzeichnisdienstes und der Abrechnungsanwendung; alle drei Jahre und anlassbezogen

Eintritt, Wechsel und Austritt: Anforderungen, Prüffragen, Belege

Fiktives Beispiel. Anforderungen aus dem Anwenderkatalog Grundschutz++ (Build 2026-10-29), als Infinitiv gekürzt, Modalverb und Zielobjektkategorie in Klammern („ohne“ = ohne Zielobjektkategorie). Prüffragen, Belege und Rollen sind erfunden; die Tabelle ist eine Auswahl entlang der drei Ereignisse.

EreignisAnforderungPrüffrageBeleg im FallÜbergabe an
EintrittPERS.3.6 Vertrauenswürdigkeit von Bewerbenden vor der Besetzung testen (SOLLTE, ohne); PERS.3.1 vertrauliche Behandlung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen vereinbaren (SOLLTE, Mitarbeitende)Sind Identität, Qualifikationsnachweise und Lebenslauf geprüft, bevor der Vertrag unterschrieben ist?Prüfvermerk in der Personalakte; Vertraulichkeitsklausel im ArbeitsvertragPersonalsystem
EintrittBER.2.1 eine eindeutige Identität genau einer natürlichen Person oder einem IT-System zuweisen (SOLLTE, ohne); BER.3.5 ein Zugangskonto genau einer Identität zuweisen (SOLLTE, ohne)Entsteht die Identität aus dem Personaldatensatz und nicht von Hand?Anlageprotokoll des Identitätsdienstes mit PersonalnummerBerechtigungsverwaltung
EintrittBER.3.2 Einrichtung von Zugangskonten durch [bestimmte Personen oder Rollen] autorisieren; BER.4.1.1 Berechtigungen rollenbasiert zuweisen; BER.4.3 Vergabe mit Begründung dokumentieren (alle SOLLTE, ohne)Hat die fachliche Führungskraft die Rolle „Abrechnung Sachbearbeitung“ freigegeben, und steht die Begründung am Antrag?Antrag im Ticketsystem mit Freigabe und BegründungBerechtigungsverwaltung
EintrittBER.5.1 Vorgehensweise zur initialen Ausgabe von Authentifizierungsmitteln verankern; BER.5.1.1 vor der Verteilung die Identität der Empfängerin authentifizieren (SOLLTE, ohne)Wurde der Ausweis geprüft, bevor das Token übergeben wurde?Ausgabeprotokoll mit Tokennummer und PrüfvermerkFrau S.
EintrittPERS.3.2 zur Einhaltung von Verfahrensanweisungen bei Neuzugang anweisen; PERS.3.7 Einarbeitung ausführen (SOLLTE, Mitarbeitende); PERS.4.2 rollenspezifische Schulungen bei Neuzugang und [regelmäßig] ausführen (SOLLTE, Nutzende)Hat Frau S. die Anweisungen ausdrücklich erhalten, auch wenn sie im Intranet stehen?Unterzeichnete Kenntnisnahme, Einarbeitungsplan, Teilnahme am Grundkurs laut LernplattformISB (Nachweis für den Schulungsplan)
WechselPERS.2.3 für unvereinbare Aufgaben eine Rollentrennung verankern; PERS.2.3.1 zwischen Administration von Verzeichnisdiensten und Pflege der verwalteten Daten trennen (SOLLTE, ohne)Behält Herr W. nach dem Wechsel Rechte, mit denen er die Daten pflegen kann, die er künftig administriert?Rollentrennungsmatrix im Geschäftsverteilungsplan; Wechselticket mit Entzug der Rolle „Personalstammdaten“Berechtigungsverwaltung
WechselBER.4.8 Vorgehensweise zum Entzug von Berechtigungen verankern (SOLLTE, ohne)Wird beim Wechsel zuerst entzogen und dann neu vergeben?Prozessbeschreibung Wechsel; im Fall Entzug erst nach sechs Wochen (Befund 2)Personalsystem
WechselBER.3.6 separate Administrationskonten verankern (SOLLTE, Administrierende); BER.5.9 Mehr-Faktor-Authentisierung für weitreichende Berechtigungen aktivieren (SOLLTE, ohne)Hat Herr W. ein eigenes Administrationskonto mit MFA und nutzt er für E-Mail weiter sein normales Konto?Konteneinstellungen aus dem Identitätsdienst, Export mit DatumISB
WechselPERS.4.2.1 produktspezifische Schulungen zu administrativen Werkzeugen ausführen (SOLLTE, Administrierende); PERS.5.3 Vertrauenswürdigkeit für [definierte sicherheitskritische Rollen] [regelmäßig] und anlassbezogen überprüfen (SOLLTE, ohne)Sind Schulung und Vertrauens-Check vor der ersten Administration erledigt?Schulungsnachweis; Vermerk über die anlassbezogene Überprüfung in der PersonalakteLeitung IT
AustrittPERS.6.1 Vorgehensweise für den Weggang verankern; PERS.6.1.1 bei Weggang den unverzüglichen Entzug aller Zugriffsrechte nach den Regelungen von BER verankern (SOLLTE, Nutzende)Erreicht der Austritt die Berechtigungsverwaltung am letzten Arbeitstag, für Mitarbeitende und für Externe?Austrittscheckliste mit Rückgabe von Ausweis, Token und GerätBerechtigungsverwaltung, Gebäudeverwaltung
AustrittBER.2.5 Identität bei Weggang deaktivieren; BER.3.9 Zugangskonten ereignisgesteuert deaktivieren; BER.5.3 Vorgehensweise zum Widerruf von Authentifizierungsmitteln verankern (SOLLTE, ohne)Sind Identität, alle Konten und alle Authentifizierungsmittel von Herrn A. gesperrt, auch Zertifikate und aktive Sitzungen?Deaktivierungsprotokoll mit Uhrzeit; WiderrufslisteISB
AustrittBER.3.19 für Gruppenkonten die Zugangsdaten bei Weggang ändern; BER.3.18 die Identitäten mit Zugriff zum Wechselzeitpunkt dokumentieren (SOLLTE, ohne); BER.5.2 Vorgehensweise zur Zurücksetzung oder Ersetzung von Authentifizierungsmitteln verankern (SOLLTE, ohne)Sind das Passwort der Leitstandkonsole und die Zugangsdaten des Notfallkontos (BER.3.23) neu gesetzt, und ist dokumentiert, wer sie jetzt kennt?Änderungsprotokoll mit Datum, Liste der Berechtigten für beide KontenLeitstand, Leitung IT
AustrittPERS.6.1.2 frei gewordene Zuständigkeiten zuweisen (SOLLTE, Mitarbeitende)Hat jede Aufgabe von Herrn A. eine neue zuständige Person, ohne dass eine Rollentrennung bricht?Aktualisierter GeschäftsverteilungsplanLeitung IT
Nach FristablaufBER.2.6 nicht mehr benötigte Identitäten und BER.3.15 Zugangskonten nach Ablauf der Löschfristen löschen; BER.3.14 Wiederverwendung für [einen bestimmten Zeitraum] blockieren (SOLLTE, ohne)Ist der Löschtermin vermerkt, und kann der Kontoname bis dahin nicht neu vergeben werden?Löschtermin im Identitätsdienst; technische Sperre gegen NeuvergabeBerechtigungsverwaltung

Zur Löschung lohnt ein Blick in die Erläuterung zu BER.2.5: Die Anforderung ist auch durch Löschen der Identität erfüllt, „Empfehlenswert ist die Löschung jedoch erst nach Ablauf längerer Löschfristen, um die Nachvollziehbarkeit von Aktionen im Audit Log zu erhalten.“ Deaktivieren am letzten Arbeitstag und Löschen nach Fristablauf sind daher zwei getrennte Schritte mit zwei Belegen.

Der Abgleich am Quartalsende: wo der Ablauf reißt

BER.4.4.1 verlangt, dokumentierte und tatsächlich vergebene Berechtigungen regelmäßig auf Übereinstimmung zu überprüfen, BER.1.4 ein Inventar der Berechtigungen mit Personen, Identitäten, Zugangskonten, Berechtigungen und ihrer Zuordnung. Erst der Abgleich zeigt, ob die Ereignisse oben wirken. Abgleichprotokoll der LSM, fiktive Zahlen:

PrüfpunktErgebnisBewertungFolge
Aktive Konten im Identitätsdienst gegen Inventar1.212 aktive Konten, 1.203 im Inventar mit Zuordnung9 Konten ohne zuständige Identität im InventarKlärung je Konto, Ergebnis in Zeile 2 und 3
Konten ausgeschiedener Nutzender7 aktive Konten von Externen, deren Vertrag beendet ist; 0 von MitarbeitendenBER.2.5 und PERS.6.1.1 für Externe nicht erfülltBefund 1
Technische Konten2 Konten werden von Diensten genutzt und waren nie registriertBER.1.4 unvollständig; BER.2.1 für IT-Systeme nicht umgesetztNachtrag ins Inventar als Dienstekonten mit verantwortlicher Person
RollentrennungHerr W. hatte nach dem Wechsel sechs Wochen lang beide RollenPERS.2.3.1 und BER.4.8 im Einzelfall verletzt; Rolle inzwischen entzogenBefund 2
ErforderlichkeitFührungskräfte haben 96 % der Berechtigungen ihrer Bereiche bestätigt, 41 entzogenBER.4.4 erfülltErgebnis in den Managementbericht

Befund 1: Externe fallen durch. Das Personalsystem kennt nur Mitarbeitende. Der Austritt von Externen kommt aus dem Vertragsende beim Dienstleister, und dafür gibt es keinen Auslöser. Die LSM setzt BER.2.5 und PERS.6.1.1 auf „nicht erfüllt“ und ordnet die Nichterfüllung als temporär ein: Die Vertragsliste der Dienstleistersteuerung wird bis zum nächsten Quartal als zweite Quelle an den Identitätsdienst angebunden. Das passt zu DLS.4.1.2, nach der die für einen Vertrag benötigten Berechtigungen bei Vertragsende unverzüglich zu deaktivieren sind; den Beschaffungsteil zeigt Beschaffung und Dienstleister. Die sieben Konten werden sofort gesperrt; ob über sie nach Vertragsende zugegriffen wurde, klärt eine Auswertung der Anmeldeprotokolle (siehe Detektion und Vorfallsbearbeitung).

Für die temporäre Nichterfüllung nennt 300-1 zwei Stellen, die sich nicht ohne Weiteres decken: Nach Kapitel 4.1.2 löst sie keine Risikobetrachtung aus, nach Kapitel 2.11 ist für SOLLTE-Anforderungen in der Umsetzungsplanung eine Restrisikobetrachtung durchzuführen und das Risiko von der Institutionsleitung freizugeben; Kapitel 4.1.1 verlangt, das Risiko zu identifizieren und der Leitung mitzuteilen. Das ist eine offene Auslegungsfrage. Die LSM beschreibt das Restrisiko, teilt es mit und lässt es befristet freigeben.

Befund 2: Wechsel ohne Entzug. Der Wechsel von Herrn W. lief als zwei Tickets, Neuvergabe und Entzug, und das zweite blieb liegen. Die Vorgehensweise nach BER.4.8 ist vorhanden, wirkt aber im Wechselfall nicht zuverlässig. Die LSM setzt BER.4.8 und PERS.2.3.1 auf „nicht erfüllt“ und ordnet die Nichterfüllung als temporär ein. Die LSM ändert die Vorgehensweise so, dass der Wechsel ein einziger Vorgang ist, der die alte Rolle entzieht, bevor die neue freigegeben wird. Ob über die doppelte Rolle Stammdaten geändert wurden, zeigt das Protokoll der Stammdatenänderungen nach BER.2.4. Die Frist für die Umstellung steht im Umsetzungsplan.

Ein MUSS-Befund wäre hier anders zu behandeln: Fehlten etwa die Verfahren und Regelungen zum Identitäts- und Berechtigungsmanagement (BER.1.1, MUSS), müsste die LSM sie festlegen; eine Risikobetrachtung ersetzt nach Kapitel 4.1.2 keine MUSS-Anforderung, und eine Risikoakzeptanz ist nicht möglich.

Drei Spalten von links nach rechts für Eintritt, Wechsel und Austritt. Oben jeweils das Personalereignis aus PERS (PERS.3.6 und PERS.3.2 beim Eintritt, PERS.2.3.1 beim Wechsel, PERS.6.1 und PERS.6.1.1 beim Austritt), darunter die Umsetzung in BER (BER.2.1, BER.3.2, BER.4.1.1, BER.5.1.1; BER.4.8, BER.3.6, BER.5.9; BER.2.5, BER.3.9, BER.5.3, BER.3.19) und der Beleg. Ganz unten ein Querbalken für den vierteljährlichen Abgleich nach BER.4.4 und BER.4.4.1, mit zwei goldenen Markierungen aus dem fiktiven Fall: sieben aktive Konten von Externen nach Vertragsende und eine doppelte Rolle nach einem Wechsel.
Personalereignisse aus PERS und ihre Umsetzung in BER, Anwenderkatalog Grundschutz++ Build 2026-10-29. Eigene Darstellung, Fall und Zahlen fiktiv.

Übergaben, die im Ablauf festgelegt sein müssen

  • Personalsystem → Identitätsdienst: Eintritt, Wechsel und Austritt als Ereignis mit Datum. Ohne diese Übergabe gibt es für BER.3.9 (ereignisgesteuerte Deaktivierung) kein Ereignis.
  • Dienstleistersteuerung → Identitätsdienst: Vertragsbeginn und Vertragsende für externe Nutzende. Im Fall fehlte genau diese Übergabe.
  • Führungskraft → Berechtigungsverwaltung: Freigabe und Begründung jeder Rolle (BER.3.2, BER.4.2, BER.4.3) und die Bestätigung im Quartalsabgleich (BER.4.4).
  • Berechtigungsverwaltung → ISB: der Export der tatsächlich vergebenen Berechtigungen. Den Abgleich nach BER.4.4.1 führt im Fall der ISB durch; die Berechtigungsverwaltung vergibt die Berechtigungen und prüft sich so nicht selbst. Das Protokoll ist der Nachweis für BER.4.4 und BER.4.4.1. Die Trennung lässt sich aus PERS.2.3.3 ableiten, die zwischen Implementierung von Sicherheitsanforderungen und deren Überprüfung eine Rollentrennung verlangt; denselben Gedanken enthält Kapitel 4.5 von 300-1 für die Fortschrittsverfolgung des Umsetzungsplans.
  • Austritt → Detektion: gesperrte Konten bleiben im Monitoring. Eine Anmeldung an einem deaktivierten Konto ist ein Ereignis, das bewertet werden muss.

Wie Sie die Belege mit Datum und prüfender Person nach Kapitel 4.3 ordnen, zeigt der Nachweisplan. Ein Export der Konteneinstellungen aus dem Identitätsdienst ist ein automatisierter Nachweis; was dazu festzuhalten ist, beschreibt Automatisierte Nachweise.

Prüffragen zum Berechtigungsmanagement

  1. Sind alle Parameter in BER und PERS festgelegt, insbesondere die autorisierenden Rollen (BER.3.2, BER.4.2) und die Turnusse (BER.2.3, BER.4.4, BER.4.4.1)?
  2. Entsteht jede Identität aus einer Quelle, die auch den Austritt kennt, für Mitarbeitende und für Externe?
  3. Ist jedem Zugangskonto genau eine Identität zugeordnet, und sind technische Konten mit verantwortlicher Person im Inventar (BER.3.5, BER.1.4)?
  4. Werden Berechtigungen über Rollen vergeben, mit Freigabe und Begründung (BER.4.1.1, BER.4.2, BER.4.3)?
  5. Entzieht ein Wechsel die alte Rolle, bevor die neue gilt, und ist die Rollentrennung geprüft (BER.4.8, PERS.2.3)?
  6. Haben Administrierende getrennte Administrationskonten mit MFA (BER.3.6, BER.5.9)?
  7. Werden bei einem Austritt auch Gruppenkonten, Notfallzugänge und Authentifizierungsmittel behandelt (BER.3.19, BER.3.18, BER.5.3)?
  8. Sind Deaktivierung und Löschung getrennte Schritte mit eigenem Termin (BER.2.5, BER.2.6, BER.3.15)?
  9. Zeigt der regelmäßige Abgleich, dass das alles wirkt, und wer prüft ihn (BER.4.4.1, PERS.2.3.3)?

Blackfort Technology unterstützt Sie dabei mit Paket C der Umsetzung nach Grundschutz++: Statusermittlung je Anforderung, darunter BER und PERS, Festlegung der Parameter mit Ihnen und ein Nachweisplan, der Personalereignisse, Identitätsdienst und Abgleich verbindet.

Einordnung

  • Status und Abweichungen vergeben Sie wie unter Anforderungen bewerten, Abweichungen dokumentieren beschrieben. „Nicht anwendbar“ ist nach Kapitel 4.1.1 nur zulässig, wenn die Komponente im Informationsverbund nicht existiert oder die Anforderung funktional nicht erfüllt werden kann. Gibt es keine Gruppenkonten, nennt die Erläuterung zu BER.3.18 die Anforderung entbehrlich; im Status lässt sich das dem ersten Grund zuordnen, mit Begründung.
  • Bleibt eine SOLLTE-Anforderung dauerhaft unerfüllt, etwa weil ein Altsystem keine getrennten Administrationskonten kennt, folgt eine Risikobetrachtung; siehe Risikoanalyse.
  • Wie Zugangsrechte auf Systemen technisch eingeschränkt werden, gehört zur Praktik KONF; den Abgleich von Soll und Ist zeigt Konfiguration und Assets.
  • Wie Sie die Unterweisungen nach PERS.4.2 planen und ihre Wirkung prüfen, zeigt Sensibilisierung.
  • Arbeitsrechtliche Fragen, etwa zum Umfang einer Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit nach PERS.3.6 oder PERS.5.3, klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung und der Personalvertretung.

Häufige Fragen

Welche Grundschutz-Anforderungen gelten für das Berechtigungsmanagement?
Im Anwenderkatalog Grundschutz++ (Build 2026-10-29) vor allem die Praktik BER mit 92 Anforderungen, davon 5 MUSS, 80 SOLLTE und 7 KANN. 68 davon haben keine Zielobjektkategorie und gehören nach BSI-Standard 300-1, Kapitel 3.4.1, ohne Zuordnung zu Assets in jedes Anforderungspaket; 4 davon sind KANN-Anforderungen mit Sicherheitsniveau „erhöht“ und nach Kapitel 3.4.2 optional. Die Personalereignisse dazu regelt die Praktik PERS.
Wie oft müssen Berechtigungen nach Grundschutz++ überprüft werden?
BER.4.4 und BER.4.4.1 verlangen eine Überprüfung mit dem Parameter „regelmäßig“; den Wert legt die Institution nach Kapitel 3.5 von 300-1 selbst fest. Die Katalogerläuterung zu BER.4.4 nennt quartalsweise, halbjährlich oder jährlich als mögliche Werte, je nach Kritikalität der Systeme und Sensibilität der Daten.
Gilt der Entzug von Berechtigungen beim Austritt auch für Externe?
Ja. PERS.6.1 und PERS.6.1.1 sind der Zielobjektkategorie Nutzende zugeordnet, und Nutzende sind nach Anhang 1 von 300-1 alle natürlichen Personen, die regelmäßig Assets im Informationsverbund für die Institution benutzen können, intern wie extern. Für Dienstleister kommt DLS.4.1.2 hinzu: Berechtigungen für einen Vertrag bei Vertragsende unverzüglich deaktivieren.
Darf ein Konto nach dem Austritt sofort gelöscht werden?
Die Anforderung BER.2.5 ist auch durch Löschen erfüllt. Die Katalogerläuterung empfiehlt aber, erst nach Ablauf längerer Löschfristen zu löschen, damit Aktionen im Audit Log nachvollziehbar bleiben. BER.2.6 und BER.3.15 verlangen das Löschen nach Ablauf der Löschfristen; die Fristen ergeben sich aus Ihren Compliance-Verpflichtungen.

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Quellen

Zitate aus BSI-Standards und BSI-Webseiten sind © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wortgetreu, in Anführungszeichen und mit Quellennachweis wiedergegeben. Unabhängiges Angebot, kein Angebot des BSI.

Stand
01.11.2026
Fachlich geprüft am
01.11.2026
Katalogstand
Grundschutz++ Anwenderkatalog, Build 2026-10-29 (Commit c3f37859 vom 30.10.2026)

Lizenzhinweis

Diese Seite enthält Auszüge aus Katalogdaten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Die Auszüge stehen unter derselben Lizenz. Die Lizenz gilt nur für diese Katalogauszüge; Zitate aus BSI-Standards sind © BSI und als Zitat mit Quellennachweis wiedergegeben.

  • Kennungen, Titel, Modalverben, Zielobjektkategorien, Parameterbezeichnungen und als Infinitiv gekürzte Anforderungstexte (statement) von PERS.2.3, PERS.2.3.1, PERS.2.3.3, PERS.3.1, PERS.3.2, PERS.3.6, PERS.3.7, PERS.4.2, PERS.4.2.1, PERS.5.3, PERS.6.1, PERS.6.1.1, PERS.6.1.2, BER.1.1, BER.1.4, BER.2.4, BER.2.1, BER.2.3, BER.2.5, BER.2.6, BER.3.1, BER.3.2, BER.3.5, BER.3.6, BER.3.9, BER.3.14, BER.3.15, BER.3.18, BER.3.19, BER.3.23, BER.4.1.1, BER.4.2, BER.4.3, BER.4.4, BER.4.4.1, BER.4.8, BER.5.1, BER.5.1.1, BER.5.2, BER.5.3 und BER.5.9 sowie DLS.4.1.2; wörtliche Auszüge aus den Erläuterungen (guidance) zu BER.2.5 und BER.4.4, sinngemäße Wiedergabe der Erläuterung zu BER.3.18; Auszählung der Felder modal_verb, target_object_categories und params der Praktiken BER und PERS: BSI Stand-der-Technik-Bibliothek, Anwenderkatalog Grundschutz++ (Build 2026-10-29, Commit c3f37859 vom 30.10.2026), Lizenz CC BY-SA 4.0, abgerufen am 01.11.2026. Von Blackfort Technology gekürzt oder bearbeitet.

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information zu IT-Grundschutz und Grundschutz++ und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG). Sie ersetzen weder die Prüfung durch eine Auditorin oder einen Auditor noch eine Entscheidung der Zertifizierungsstelle.