Blackfort Technology

Anwenderkatalog Grundschutz++: die richtige Katalogdatei wählen und die BSI-Bausteine einordnen

Im Grundschutz++ treten an die Stelle der BSI-Bausteine 20 Praktiken: Der Anwenderkatalog Grundschutz++ enthält im Build vom 29.10.2026 genau 1.000 Anforderungen, maschinenlesbar im OSCAL-Format. Für die Arbeit brauchen Sie die aufgelöste Katalogdatei aus der Stand-der-Technik-Bibliothek des BSI, mit Build-Datum und Commit notiert. Diese Seite ist ein Wegweiser durch die Dateien, eine Prüfliste gegen den falschen Stand und eine Übersicht, wohin die alten Bausteine wandern.

Karteischrank aus dunklem Holz mit vielen Schubladen, Messinggriffen und leeren Messing-Etikettenrahmen, eine Schublade ist herausgezogen und zeigt Karteikarten

Was der Anwenderkatalog Grundschutz++ enthält

Der Anwenderkatalog Grundschutz++ ist Teil der Stand-der-Technik-Bibliothek, die das BSI auf GitHub veröffentlicht. Das BSI schreibt dazu auf seiner Grundschutz++-Seite: „Sie löst das IT-Grundschutz-Kompendium ab.“ Der Katalog enthält die technischen und organisatorischen Anforderungen und zusätzlich die normativen Inhalte der Methodik, die das BSI aus dem BSI-Standard 300-1 in eigene Anforderungen überführt hat (300-1, Kap. 3.4.1). Wer nach 300-1 arbeitet, hat damit zwei Texte vor sich: den Standard, der das Vorgehen beschreibt, und den Katalog, aus dem das eigene Anforderungspaket entsteht.

Die Anforderungen liegen als JSON im OSCAL-Format vor. So lassen sich die Anforderungen direkt in Werkzeuge laden und dort auswerten; das BSI nennt die automatisierbare Prüfung als Zweck des Formats. Für Bereiche mit normalem Schutzbedarf liegt dem Katalog eine allgemeine Risikobetrachtung des BSI zugrunde. Bei normalem Schutzbedarf ist deshalb grundsätzlich keine eigene Risikobetrachtung nötig, mit drei Ausnahmen nach Kap. 2.11 von 300-1: wenn ein Geschäftsprozess bei mindestens einem Schutzziel hohen Schutzbedarf hat, wenn ein relevantes Asset durch die Zielobjektkategorien und ihre Anforderungen nicht hinreichend abgedeckt ist und wenn eine anwendbare SOLLTE-Anforderung dauerhaft nicht erfüllt wird. Für SOLLTE-Anforderungen, die eingeplant, aber noch nicht erfüllt sind, verlangt Kap. 2.11 außerdem eine Restrisikobetrachtung mit Freigabe durch die Institutionsleitung.

Laut BSI beschreibt der Anwenderkatalog „nur noch Anforderungen, die nicht auf spezifische IT-Lösungen abzielen“. Produktnahe Umsetzungsbeschreibungen liegen getrennt im Implementation Layer der Bibliothek. Diese Komponentendefinitionen beschreiben eine mögliche Umsetzung; das Repository betont, dass sie keine tatsächliche Implementierung sind und das Handeln der verantwortlichen Stelle nicht ersetzen.

Datei-Wegweiser: welche Datei wofür

Die Bibliothek enthält mehr als den Anwenderkatalog. Für ein Anforderungspaket nehmen Sie die aufgelöste Datei. Das README des Repositorys beschreibt aufgelöste Kataloge als direkt in einer Institution verwendbar; Quellkataloge und Profile unter sources/ richten sich an Editoren. Die Tabelle gibt den Stand von Commit c3f37859 vom 30.10.2026 wieder.

Datei (Pfad im Repository)InhaltWofür Sie sie brauchenHinweis
control_layer/Grundschutz++/Grundschutz++-resolved_catalog.jsonAufgelöster Anwenderkatalog Grundschutz++, 1.000 Anforderungen in 20 Praktiken, Build 2026-10-29Anforderungspaket bilden, Daten in ein ISMS-Werkzeug übernehmenDie einzige Datei, die Methodik-, Risikomanagement- und technisch-organisatorische Anforderungen zusammen enthält
control_layer/Grundschutz++/sources/profiles/Grundschutz++-profile.jsonProfil, das festlegt, was in den aufgelösten Katalog kommtNachvollziehen, warum eine Anforderung enthalten ist oder fehltÜbernimmt den Methodik-Katalog und den Kernel vollständig, aus dem Risikomanagement-Katalog nur RISK.1.1, RISK.1.3, RISK.1.5 und RISK.1.10; setzt den Parameter von GC.1.1 auf „BSI Grundschutz++“ und einen Parameter von NOT.1.1.4 auf „BSI-Standard 200-4“
control_layer/Grundschutz++/sources/catalogs/Methodik-Grundschutz++/BSI-Methodik-Grundschutz++-catalog.json95 Methodik-Anforderungen in GC, STM, UMS, VRB und PERFMethodik-Anforderungen getrennt lesenQuellkatalog; ergibt allein kein Anforderungspaket
control_layer/Kernel/BSI-Stand-der-Technik-Kernel-catalog.jsonQuellkatalog der technischen und organisatorischen AnforderungenAbgleiche, Arbeit als EditorIm aufgelösten Katalog stammen 901 Anforderungen aus dem Kernel
control_layer/Risikomanagement/BSI-Anforderungen-zum-Risikomanagement-catalog.json10 Anforderungen RISK.1.1 bis RISK.1.10, Stand 22.10.2026Risikoverfahren abgleichenNur vier davon stehen im Anwenderkatalog, Einzelheiten auf Risiko-Mindestkriterien
control_layer/Mappings/IT-GS2023-zu-GSpp/ITGS-to-GS++-mapping_collection.json1.185 Zuordnungen von IT-Grundschutz 2023 zu Grundschutz++, last-modified 21.07.2026, laut Metadaten exportiert am 09.06.2026 (generated-at)Altbestand übertragenStatus „draft“, also Entwurf. Die Zielkennungen passen vollständig (1.185 von 1.185) zu den Katalogständen vom 05.03. bis 20.04.2026, zuletzt Commit 333c147 vom 20.04.2026 (eigene Auflösung gegen alle 23 Katalogstände im Repository). In fünf Stufen, mit den Builds vom 28.05., 24.06., 03.07., 16.07. und 26.07.2026, hat das BSI danach Kennungen umgehängt; die UUIDs blieben gleich. Schon gegen den Build vom 28.05.2026 stimmen nur noch 1.150 der 1.185 Zuordnungen, 35 nicht. Das Datum 09.06.2026 ist nur das Exportdatum der Mappingdatei. Gegen den Build vom 29.10.2026 passen 1.039 der 1.185 Zuordnungen direkt über die Kennung; bei 90 zeigt die Kennung inzwischen auf eine andere Anforderung, 40 Kennungen gibt es nicht mehr (die Anforderung ist nur noch über die UUID auffindbar), und 16 Ziele (VRB.1.2) fehlen im Build ganz (eigene Auszählung). Verknüpfen Sie deshalb über die UUID (oscal_uuid im Mapping, alt-identifier im Katalog) und prüfen Sie jede Zuordnung fachlich
control_layer/Mappings/ISO-27001-zu-GSpp/ISO27001-AnnexA-to-GS++-mapping_collection.jsonZuordnung ISO/IEC 27001 Annex A zu Grundschutz++ISO-Bestand abgleichenLaut Dateiname nur Annex A
control_layer/WLAN/, control_layer/Lieferkettensicherheit/Weitere aufgelöste Kataloge mit eigenem ProfilThemen mit eigener AnforderungsauswahlOb es sich um Blaupausen im Sinne von 300-1 Kap. 3.3 handelt, erklärt das Repository nicht ausdrücklich
control_layer/Mindeststandard-TLS/Entwurf-Mindeststandard-TLS-catalog.jsonEntwurf eines MindeststandardsNicht für das AnforderungspaketDer Dateiname kennzeichnet den Entwurf
documentation/namespaces/Vokabulare: Praktiken, Zielobjektkategorien, Modalverben, Sicherheitsniveaus, Aufwandsstufen, GefährdungenFelder im Katalog richtig lesenCSV-Dateien in UTF-8 mit Kopfzeile
implementation_layer/Komponentendefinitionen, u. a. Passwortrichtlinie, Netzarchitektur, KeycloakIdeen für die UmsetzungBeschreiben eine Umsetzung, sind selbst keine
assessment_layer/Vorgesehen für Prüfpläne, Prüfergebnisse und MaßnahmenpläneDerzeit nichtsLaut README noch keine Artefakte veröffentlicht
Schema: Aus dem Methodik-Katalog (95 Anforderungen), vier Anforderungen des Risikomanagement-Katalogs und dem Kernel (901 Anforderungen) entsteht über das Profil der aufgelöste Anwenderkatalog mit 1.000 Anforderungen. Daneben die Mappings als getrennte Dateien; die Zuordnung IT-Grundschutz 2023 zu Grundschutz++ hat den Status Entwurf.
Wie der Anwenderkatalog Grundschutz++ entsteht. Eigene Darstellung nach Profil und Katalog der Stand-der-Technik-Bibliothek, Commit c3f37859 vom 30.10.2026.

Wie eine Anforderung im Katalog aufgebaut ist

Jede Anforderung folgt einer Satzschablone aus Praktik, Modalverb, Ergebnis und Handlungswort. Ein Beispiel ist UMS.1.1 „Ermittlung des Umsetzungsstatus“. Im Katalog steht: „Umsetzung MUSS den Umsetzungsstatus der Anforderungen im Anforderungspaket vollständig {{ insert: param, ums.1.1-prm1 }} überprüfen.“ Der Platzhalter ist ein Parameter mit der Bezeichnung „regelmäßig“; einen festen Wert setzt der Katalog hier nicht. Gelesen heißt der Satz also: Der Umsetzungsstatus wird vollständig und regelmäßig überprüft. Was „regelmäßig“ für Sie bedeutet, legen Sie beim Erstellen des Anforderungspakets fest (300-1, Kap. 3.5).

Die wichtigsten Felder, die Sie beim Import oder beim Lesen der Datei antreffen:

Feld im KatalogBedeutungWerte im Build 2026-10-29
id, titleKennung und Titel der Anforderung, z. B. UMS.1.11.000 Kennungen, verschachtelt bis zur vierten Ebene
modal_verbVerbindlichkeit: MUSS, SOLLTE oder KANN149 MUSS, 627 SOLLTE, 224 KANN
sec_levelSicherheitsniveau: „normal-SdT“ (Standard-Sicherheitsstufe) oder „erhöht“773 normal-SdT, 227 erhöht
target_object_categoriesZielobjektkategorie, an der die Anforderung hängt636 Anforderungen mit, 364 ohne Zielobjektkategorie
paramsParameter wie „regelmäßig“, von der Institution zu konkretisierenje Anforderung null bis mehrere
effort_levelAufwandsstufe 0 bis 5; 0 heißt laut Namespace: Der Aufwand „wird nicht bewertet, da ihre Implementierung in jedem Fall zwingend erforderlich ist“, 1 steht für Quick Wins, 5 für aufwändige, komplexe Maßnahmen0: 148, 1: 52, 2: 171, 3: 281, 4: 159, 5: 189
threatsZugeordnete elementare Gefährdungen (G 0.1 bis G 0.47)901 Anforderungen mit Gefährdungszuordnung
confidentiality, integrity, availability, authenticityWirkung der Anforderung auf das jeweilige Schutzziel, Stufen 0 bis 2bei 901 bzw. 900 Anforderungen gesetzt
guidanceErläuterungstext zur AnforderungFließtext, teils mit Beispielen
documentationEmpfohlene Art der Dokumentation, z. B. „ISMS-Regelwerk“bei 961 Anforderungen gesetzt

Der Katalog in Zahlen: 20 Praktiken, Build 2026-10-29

Wir haben den aufgelösten Katalog rekursiv über alle Ebenen gezählt: 652 Anforderungen auf der ersten, 327 auf der zweiten, 19 auf der dritten und 2 auf der vierten Ebene, zusammen 1.000. Wer nur zwei Ebenen zählt, kommt auf 979. Nach Herkunft stammen 95 Anforderungen aus dem Methodik-Katalog, 4 aus dem Risikomanagement-Katalog und 901 aus dem Kernel. Der Schwerpunkt jeder Praktik stammt aus der Namespace-Datei practices.csv.

KürzelPraktikSchwerpunktAnforderungen
GCGovernance und ComplianceMethodik35
STMStrukturmodellierungMethodik15
UMSUmsetzungMethodik11
VRBVerbesserungMethodik10
PERFMonitoring-EvaluationMethodik24
RISKRisikomanagementMethodik4
ASSTInformationen und AssetsOrganisatorisch58
PERSPersonalOrganisatorisch30
BESBeschaffungsmanagementOrganisatorisch109
DLSDienstleistersteuerungOrganisatorisch18
TESTÄnderungen und TestsOrganisatorisch36
GEBGebäudemanagementOrganisatorisch75
SENSSensibilisierungOrganisatorisch87
NOTNotfallplanungOrganisatorisch37
ARCHArchitekturTechnisch63
BERBerechtigungTechnisch92
DETDetektionTechnisch82
REASicherheitsvorfallsbehandlungTechnisch23
KONFKonfigurationTechnisch157
DEVEntwicklungTechnisch34

Die Methodik-Anforderungen sind fast alle MUSS-Anforderungen (76 MUSS, 19 SOLLTE, dazu die vier RISK-Anforderungen mit MUSS). Im Kernel überwiegt SOLLTE mit 608 Anforderungen, dazu 224 KANN und 69 MUSS. Alle 224 KANN-Anforderungen haben das Sicherheitsniveau „erhöht“.

Prüfliste: arbeiten Sie mit dem richtigen Katalogstand?

Das BSI veröffentlicht den Katalog fortlaufend neu. Eine Zahl oder ein Anforderungstext ohne Build-Datum lässt sich später nicht mehr nachprüfen. Diese Punkte prüfen wir, bevor wir mit einer Katalogdatei arbeiten:

PrüfpunktWas Sie prüfenWert im hier verwendeten Stand
1. Richtige DateiPfad endet auf Grundschutz++-resolved_catalog.json, im Feld metadata.title steht „Anwenderkatalog Grundschutz++“erfüllt
2. Build-Datummetadata.last-modified und metadata.version notieren; der Katalog hat als Version einen Zeitstempel, keine fortlaufende Nummer2026-10-29T08:03
3. CommitCommit-Hash des Repositorys zu jedem Export und jeder Zählung festhaltenc3f37859, 30.10.2026
4. ZählprobeRekursiv über alle controls-Ebenen zählen; weicht Ihre Zahl ab, liegt es an der Zählweise oder an der Datei1.000
5. Vollständigkeit im WerkzeugSind die 95 Methodik-Anforderungen und die vier RISK-Anforderungen enthalten? Ein Import nur des Kernels lässt die Methodik weg95 + 4 + 901
6. Bezeichnungen der ZielobjektkategorienDer Katalog verwendet teils kürzere Namen als Anhang 1 von 300-1, etwa „Archiv“ statt „Datenträgerarchiv“ oder „Faxanwendungen“ statt „Fax(-anwendungen)“39 Kategorien
7. Mapping-StandMappings haben ein eigenes Datum und einen eigenen Status; getrennt notieren und die Ziele über die UUID gegen den verwendeten Build abgleichen, weil das Mapping zu den Katalogständen vom 05.03. bis 20.04.2026 passt und das BSI Kennungen ab dem Build vom 28.05.2026 umgehängt hat21.07.2026, Entwurf; 146 von 1.185 Zielkennungen passen nicht mehr zum Build 2026-10-29
8. Bekannte Abweichungen zum StandardStellen, an denen Katalogtext und 300-1 auseinanderliegen, im Anforderungspaket vermerken (nächster Abschnitt)drei Punkte
9. LizenzDie Bibliothek steht unter CC BY-SA 4.0; Herkunft und eigene Änderungen kennzeichnen. Was das für Ihr Werkzeug bedeutet, gehört zur Prüfung durch Ihre RechtsabteilungCC BY-SA 4.0
10. Neuer Build300-1 nennt Anpassungen an den Anforderungen der Bibliothek ausdrücklich als Anlass für die Validierung des Anforderungspakets (Kap. 5.5)Abgleich einplanen

Wo Katalog und Standard noch auseinanderliegen

Der Build vom 29.10.2026 ist an drei Stellen nicht deckungsgleich mit dem Text von BSI-Standard 300-1. Der Build stammt vom 29.10.2026, der Standard ist vom 20.10.2026. Halten Sie die Abweichungen mit Katalogstand in Ihrem Anforderungspaket fest.

Erstens der Umsetzungsstatus. Die Erläuterung zu UMS.1.1 lautet: „Der Umsetzungsstatus einer Anforderung kann grundsätzlich nur ‚umgesetzt‘ (‚ja‘) oder ‚nicht umgesetzt‘ (‚nein‘) sein.“ Der Standard kennt drei Werte, nämlich „erfüllt“, „nicht erfüllt“ und „nicht anwendbar“ (300-1, Kap. 4.1.1).

Zweitens die Anforderungen ohne Zielobjektkategorie. Nach 300-1 sind sie verpflichtend in das Anforderungspaket aufzunehmen (Kap. 3.4.1). Die Erläuterung zu STM.2.1.5 sieht dagegen eine Relevanzentscheidung vor: Nicht relevante Anforderungen „werden aus dem Anforderungspaket gestrichen“, mit Begründung.

Drittens die Sicherheitsniveaus. Nach 300-1 enthalten Anforderungen mit dem Sicherheitsniveau „erhöht“ das Modalverb KANN (Kap. 3.4.2). Drei Anforderungen im Build sind mit „erhöht“ und SOLLTE gekennzeichnet: BES.1.4 „Outsourcing-Strategie“, DET.4.12.1 „Auslastung des Netzes“ und REA.2.5 „IT-Forensik“.

Wir richten uns in diesen Fällen nach dem Standardtext und halten die Abweichung mit Katalogstand im Anforderungspaket fest. Wie Sie Status und Abweichungen im Einzelnen dokumentieren, steht auf der Seite Anforderungen bewerten, Abweichungen dokumentieren.

Von den BSI-Bausteinen zu den Praktiken

Im IT-Grundschutz-Kompendium waren die Anforderungen in Bausteinen gebündelt und nach Schichten geordnet: prozessorientiert ISMS, ORP, CON, OPS und DER, systemorientiert INF, NET, SYS, APP und IND (200-2, Kap. 2.4). Grundschutz++ ordnet nach Praktiken. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was sich beim Lesen und Modellieren ändert.

MerkmalIT-Grundschutz-Kompendium (200-2)Anwenderkatalog Grundschutz++ (300-1)
OrdnungBausteine in zehn Schichten20 Praktiken mit Schwerpunkt Methodik (6), Organisatorisch (8) und Technisch (6)
Zuordnung zum InformationsverbundBausteine werden auf Zielobjekte modelliert (200-2, Kap. 8.3)Assets werden 39 Zielobjektkategorien zugeordnet, übergeordnete Kategorien gelten mit (300-1, Kap. 3.4.2)
GefährdungsbezugKreuzreferenztabelle je BausteinG0-Kennung direkt an der Anforderung (300-1, Anhang 4)
ErläuterungUmsetzungshinweise zu vielen BausteinenErläuterungstext je Anforderung
FormatDokumentOSCAL-JSON

Was sich bei Anforderungsstufen, Modalverben und Umsetzungsstatus methodisch ändert, steht im Vergleich IT-Grundschutz 2023 und Grundschutz++.

Wohin die alten Schichten im Entwurfs-Mapping zeigen

Das BSI-Mapping von IT-Grundschutz 2023 auf Grundschutz++ hat den Status Entwurf. Wir haben die 1.185 Zuordnungen nach der Schicht der alten Anforderung und nach der Praktik der Zielkennung in der Mappingdatei ausgezählt. Die Ziele liegen in 18 der 20 Praktiken; STM und RISK kommen nicht vor. 16 dieser Ziele (VRB.1.2) gibt es im Build vom 29.10.2026 nicht mehr; ohne sie zeigen aus ISMS 10 und aus DER 28 Zuordnungen auf VRB. Die Tabelle zeigt nur die Richtung, keine geprüfte Eins-zu-eins-Übertragung.

Schicht 2023ZuordnungenHäufigste Ziel-Praktiken (Anzahl)
ISMS45UMS (14), VRB (13), GC (6)
ORP45UMS (18), PERS (8), ARCH (6)
CON62DEV (26), TEST (11), ARCH (6), DET (6)
OPS162DET (61), TEST (49), ARCH (28)
DER113DET (40), VRB (32), UMS (22)
INF87ARCH (43), TEST (17), DET (13)
NET271ARCH (219), DET (34), UMS (7)
SYS140ARCH (63), DET (55), KONF (9)
APP194KONF (60), DET (36), ARCH (30)
IND66DET (21), ARCH (16), TEST (10)

Für die Arbeit heißt das: Ein alter Baustein verteilt sich auf mehrere Praktiken. Wer aus einem bestehenden Grundschutz-Check überträgt, sucht deshalb besser je Anforderung als je Baustein. Welche Änderungen das für Ihre Unterlagen bedeutet, beschreibt der Vergleich IT-Grundschutz 2023 und Grundschutz++, die Durchführung die Seite Migration.

Was der Katalog nicht leistet

Der Katalog liefert Anforderungen, keine fertigen Maßnahmen. Welche Maßnahme eine Anforderung erfüllt, legen Sie in der Umsetzungsplanung fest (300-1, Kap. 4.3). Laut Meilensteinplan des BSI (Stand Oktober 2026) soll das Konzept zur Leistungsmessung am 26.02.2027 in die Methodik integriert sein, Leistungskennzahlen für jede Methodik-Anforderung folgen zum 31.03.2027. Solange einheitliche Vorgaben fehlen, sind Institutionen in der Ausgestaltung der Leistungsbewertung frei (300-1, Kap. 5.1).

Blaupausen, also vorgefertigte Anforderungskataloge für bestimmte Anwendungsszenarien, sieht der Standard vor; für bestimmte Institutionen kann es verpflichtende Blaupausen geben (300-1, Kap. 3.3). Welche das sind, nennen die hier ausgewerteten Quellen (Stand 01.11.2026) nicht.

Bei hohem Schutzbedarf reicht der Katalog allein nicht aus. Dann verlangt der Standard eine eigene Risikobetrachtung, für die die Anforderungen mit Sicherheitsniveau „erhöht“ ein Fundus sind (300-1, Kap. 2.11 und 3.4.2). Wie das abläuft, zeigt die Seite Risikoanalyse.

Zum Lesen im Browser verweist das BSI-Repository auf einen Stand-der-Technik-Viewer (https://bsi-community.github.io/Stand-der-Technik-Viewer/). Für das Anforderungspaket bleibt die Datei mit dokumentiertem Stand die Grundlage. Wenn Sie einen Altbestand aus dem IT-Grundschutz-Kompendium 2023 abgleichen wollen, unterstützt Sie das Team von Blackfort Technology mit der Readiness-Analyse und der Migration; die Leistungen stehen auf der Seite Beratung.

Rechtehinweis: Zitate von der BSI-Seite zu Grundschutz++ (abgerufen am 01.11.2026) und aus BSI-Standards sind © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Sie stehen nicht unter CC BY-SA 4.0; der Lizenzhinweis am Seitenende gilt nur für die Auszüge aus den Katalogdaten.

Häufige Fragen

Gibt es im Grundschutz++ noch BSI-Bausteine?
Nein. Der Anwenderkatalog Grundschutz++ ordnet seine Anforderungen in 20 Praktiken, etwa Berechtigung (BER) oder Konfiguration (KONF). Über die Stand-der-Technik-Bibliothek schreibt das BSI: „Sie löst das IT-Grundschutz-Kompendium ab.“ Für den Übergang gibt es ein Mapping von IT-Grundschutz 2023 auf Grundschutz++, das noch den Status Entwurf hat.
Wie viele Anforderungen hat der Grundschutz++ Katalog?
Im Build vom 29.10.2026 sind es 1.000 Anforderungen, gezählt über alle vier Verschachtelungsebenen. Davon sind 773 dem Sicherheitsniveau „normal-SdT“ und 227 dem Niveau „erhöht“ zugeordnet. Die Zahl ändert sich mit jedem Build; nennen Sie sie deshalb immer mit Datum.
Wo kann ich den Anwenderkatalog Grundschutz++ herunterladen?
Im GitHub-Repository des BSI unter https://github.com/BSI-Bund/Stand-der-Technik-Bibliothek, Datei control_layer/Grundschutz++/Grundschutz++-resolved_catalog.json. Notieren Sie beim Herunterladen Commit und Build-Datum.
Was bedeutet „normal-SdT“ im Grundschutz++?
Das Namespace-Vokabular der Bibliothek definiert „normal-SdT“ als Standard-Sicherheitsstufe und „erhöht“ als erhöhte Sicherheitsstufe. Nach 300-1 sind zunächst die Anforderungen mit „normal-SdT“ zu prüfen; Anforderungen mit „erhöht“ sind nach 300-1 optional (KANN) und können für die Risikobetrachtung herangezogen werden. Im Build vom 29.10.2026 haben drei davon abweichend SOLLTE.
Darf ich den Grundschutz++ Katalog in eigene Werkzeuge übernehmen?
Das Repository steht unter der Lizenz Creative Commons BY-SA 4.0. Sie verlangt unter anderem Namensnennung und die Weitergabe von Bearbeitungen unter gleichen Bedingungen. Wie sich das auf Ihr Werkzeug oder Ihre Dokumente auswirkt, gehört zur Prüfung durch Ihre Rechtsabteilung.

Kontakt aufnehmen

Ihr Vorhaben besprechen

Schildern Sie kurz Ihre Ausgangslage. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was Sie brauchen.

Erstgespräch anfragen

Quellen

Zitate aus BSI-Standards und BSI-Webseiten sind © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wortgetreu, in Anführungszeichen und mit Quellennachweis wiedergegeben. Unabhängiges Angebot, kein Angebot des BSI.

Stand
01.11.2026
Fachlich geprüft am
01.11.2026
Katalogstand
Grundschutz++ Anwenderkatalog, Build 2026-10-29 (Stand-der-Technik-Bibliothek, Commit c3f37859 vom 30.10.2026); Mapping IT-Grundschutz 2023 zu Grundschutz++ Stand 21.07.2026, Status Entwurf, exportiert 09.06.2026 (generated-at), Zielkennungen passend zu den Katalogständen vom 05.03. bis 20.04.2026

Lizenzhinweis

Diese Seite enthält Auszüge aus Katalogdaten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Die Auszüge stehen unter derselben Lizenz. Die Lizenz gilt nur für diese Katalogauszüge; Zitate aus BSI-Standards sind © BSI und als Zitat mit Quellennachweis wiedergegeben.

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information zu IT-Grundschutz und Grundschutz++ und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG). Sie ersetzen weder die Prüfung durch eine Auditorin oder einen Auditor noch eine Entscheidung der Zertifizierungsstelle.