Blackfort Technology

IT-Grundschutz-Aufwand intern planen: Kapazität nach Rollen und Arbeitspaketen

Den internen Aufwand eines IT-Grundschutz-Vorhabens planen Sie über Rollen und Arbeitspakete: Wer wird in welchem Schritt gebraucht, und welche Mengen bestimmen, wie viel Arbeit auf diese Rollen zukommt? Nach BSI-Standard 300-1 gibt die Institutionsleitung die Ressourcen frei (Kap. 2.10), und der Anwenderkatalog verlangt mit GC.8.1 ein Verfahren zur Ressourcenplanung. Diese Seite liefert dafür einen Kapazitätsplan mit Rollen, zehn Arbeitspaketen, den Mengentreibern und einem fiktiven, durchgerechneten Beispiel; Preise, Personentage und Laufzeiten enthält er bewusst nicht.

Steckplantafel aus dunklem Holz an der Wand eines Projektraums, Reihen aus Messing- und dunkelblauen Steckern bilden unterschiedlich lange Balken, darunter eine Schale mit losen Steckern

Warum dieser Plan ohne Personentage auskommt

Weder BSI-Standard 300-1 noch der Anwenderkatalog nennen einen Aufwand für ein Grundschutz-Vorhaben. Der Katalog ordnet zwar jeder Anforderung eine Aufwandsstufe zu, und der Namespace beschreibt die Stufen mit groben Zeiträumen je Anforderung, etwa „innerhalb einer Woche“ für Stufe 2; eine Zahl für das ganze Vorhaben folgt daraus nicht, weil Mengen, Parallelität und vorhandene Maßnahmen fehlen. Wie viel Arbeit entsteht, hängt an Mengen, die erst die Erhebung liefert: Geschäftsprozesse, Schutzbedarf, Assets, Standorte, Dienstleister, Qualität der vorhandenen Unterlagen. Eine Zahl vor dieser Erhebung wäre eine Schätzung ohne Grundlage.

Planbar ist trotzdem viel. Sie können festlegen, welche Rollen das Vorhaben braucht, in welchem Arbeitspaket welche Rolle führt, mitwirkt oder entscheidet, und welche Mengen Sie zuerst erheben müssen, um die Belastung je Rolle einzuschätzen. Das ist der Inhalt des Kapazitätsplans unten. Er dient als Grundlage für die Entscheidungsvorlage zur Ressourcenfreigabe und lässt sich fortschreiben, sobald die Mengen bekannt sind.

Was 300-1 und der Katalog zu Ressourcen vorgeben

Die Vorgaben zu Ressourcen sind über den Standard und die Praktiken GC und UMS verteilt. Die Tabelle fasst sie zusammen und zeigt, was daraus für die Planung folgt.

FundstelleVorgabe (Kurzfassung oder Wortlaut)Folge für den Kapazitätsplan
300-1, Kap. 2.10Die Verantwortung für das ISMS liegt bei der Institutionsleitung und kann nicht delegiert werden; zu den Entscheidungsvorlagen, die ihr „insbesondere“ vorgelegt werden, gehört die Freigabe der RessourcenDer Plan endet in einer Entscheidungsvorlage an die Leitung
300-1, Kap. 4.4Zu beachten sind unter anderem die Bereitstellung erforderlicher Ressourcen, die Kompetenzen der Zuständigen und realistische Fristen; das Vorgehen gibt die Institutionsleitung frei, „da diese die erforderlichen Ressourcen bereitstellen muss“Für die Umsetzungsphase eine zweite Freigabe einplanen
300-1, Kap. 2.1.2Ressourcenmangel ist einer der inneren Faktoren des KontextsBekannte Engpässe schon in der Kontextanalyse festhalten
300-1, Kap. 2.6Empfehlung, bei erstmaliger Implementierung mit dem wichtigsten Geschäftsprozess der höchsten Schutzbedarfskategorie zu beginnen; sukzessive sind alle Geschäftsprozesse zu untersuchenKapazität je Durchlauf planen, nicht für alle Geschäftsprozesse auf einmal
300-1, Kap. 5.2.1Für das interne Auditprogramm sind finanzielle und zeitliche Ressourcen zu ermitteln, unter anderem für Audittätigkeiten, Auditmethoden und die Verfügbarkeit des Audit-PersonalsAuditteam als eigene Rolle mit eigener Kapazität
GC.8.1 (MUSS)„Governance und Compliance MUSS ein Verfahren zur kontinuierlichen, wirtschaftlichen Planung von Ressourcen für das ISMS verankern.“ Laut Erläuterung personelle, finanzielle und materielle bzw. technische RessourcenDer Plan wird fortgeschrieben, nicht einmal erstellt
GC.9.1.1.1.1 (MUSS)„Governance und Compliance MUSS dem Informationssicherheitsbeauftragten hinreichende Ressourcen zuweisen.“ Laut Erläuterung kann der ISB in kleinen Institutionen die Aufgabe neben anderen wahrnehmen, wenn er ausreichend Zeit hat und kein Interessenkonflikt bestehtZeitanteil des ISB ausdrücklich festlegen
GC.9.1.1.2, GC.9.1.1.4 (MUSS)Stellvertreterregelungen für alle relevanten Rollen; Anforderungen und Fähigkeiten je Rollen- und VerantwortungsträgerVertretung und Qualifikation je Rolle im Plan
UMS.2.2, UMS.3.1, UMS.4.1 (MUSS)Priorisierung auf Basis von Risikobewertung, Abhängigkeiten und Ressourcenverfügbarkeit; eindeutig zugewiesene Zuständige; realistisches ZieldatumKapazität ist ein Kriterium der Priorisierung, Termine folgen aus ihr

Die Rollen eines Grundschutz-Vorhabens

Geplant wird nach Rollen, nicht nach Personen. Eine Person kann mehrere Rollen haben, außer dort, wo 300-1 Interessenkonflikte ausschließt: zwischen IT-Leitung und ISB sowie zwischen Datenschutzbeauftragtem und ISB (Kap. 2.8), zwischen Umsetzung und Fortschrittsverfolgung (Kap. 4.5) und beim internen Auditteam, dessen Auswahl Objektivität und Unparteilichkeit sichern soll (Kap. 5.2.2). Welche Rolle für welche Entscheidung und welchen Nachweis verantwortlich ist und wie Sie Konflikte auflösen, steht auf der Seite Rollen und Verantwortlichkeiten; hier geht es nur darum, wie stark jede Rolle im Vorhaben gebunden ist.

Zuständigkeiten je Entscheidung und Nachweis: Rollen und Verantwortlichkeiten.

RolleAufgaben im VorhabenBelegHinweis zur Besetzung
R1 InstitutionsleitungEntscheidungen und Freigaben: Anwendungsbereich, Schutzbedarf, Reihenfolge, Ressourcen, Leitlinie, Rahmen der Risikobetrachtung, RestrisikenKap. 2.10, 2.11, 4.2.3Termine für Entscheidungen früh im Kalender reservieren
R2 Informationssicherheitsbeauftragte oder -beauftragterSteuerung des Vorhabens, Entwürfe, Moderation der Risikobetrachtung, Berichte an die LeitungGC.9.1.1.1; Erläuterung zu GC.9.1.1.1der Leitung unmittelbar unterstellt; nicht zugleich IT-Leitung
R3 Interne KoordinationTermine, Unterlagen, Ablage, Nachhalten offener Punkteeigene Empfehlungkann bei kleinen Vorhaben beim ISB liegen
R4 Eigentümer der GeschäftsprozesseProzessbeschreibung, Schutzbedarf, Risikoeigentümerschaft, Freigabe der Umsetzungsplanung für ihre RisikenKap. 2.5, 2.6, 4.2.1; Anhang 3, Kriterien 16 und 31je Geschäftsprozess eine Person
R5 IT-Betrieb und AdministrierendeAsset-Daten, Umsetzungsstatus technischer Anforderungen, operative Umsetzung, technische NachweiseKap. 3.2, 4.1, 4.4in AP-05, AP-07 und AP-09 stark gebunden
R6 Fachbereiche und weitere StellenGebäude, Personal, Beschaffung, Entwicklung: Status ihrer Anforderungen und UmsetzungKap. 4.4 (Abstimmung mit betroffenen Bereichen)je Praktik eine zuständige Stelle benennen
R7 Datenschutz und ComplianceCompliance-Verpflichtungen, Abstimmung der Leitlinie, SchnittstellenKap. 2.2, 2.8Rolle des Datenschutzbeauftragten getrennt vom ISB
R8 FortschrittsverfolgungStand des Umsetzungsplans, Abweichungen, StatusberichteKap. 4.5nicht dieselbe Person, die die Maßnahmen umsetzt
R9 Internes AuditteamAuditprogramm, interne Audits, Bericht an die LeitungKap. 5.2; PERF.3.1unabhängig von denen, die das ISMS aufgebaut haben
R10 DienstleisterAuskünfte und Nachweise zu ausgelagerten TeilenKap. 3.1 (Outsourcing-Abgrenzung)Mitwirkung vertraglich klären, bevor AP-05 beginnt

Zehn Arbeitspakete entlang der fünf Prozessschritte

Die Arbeitspakete folgen den Kapiteln von 300-1 und gelten für einen Neuaufbau. Für die Überführung eines bestehenden ISMS hat die Seite Migration einen eigenen Zuschnitt mit zehn Paketen, etwa mit der Übertragung eines IT-Grundschutz-Checks; die Nummern dort entsprechen nicht denen auf dieser Seite. Die Spalte „Mengentreiber“ nennt, was den Umfang des Pakets bestimmt.

APInhaltErgebnisMengentreiberKapitel
AP-01Kontext, Compliance-Verpflichtungen, Anwendungsbereich, interessierte ParteienKontextvermerk, Verzeichnis der Verpflichtungen, Entscheidungsvorlage AnwendungsbereichZahl der Institutionseinheiten und Standorte, Zahl der Verpflichtungen2.1 bis 2.4, 2.10
AP-02Geschäftsprozesse identifizieren, Schutzbedarf feststellen, Reihenfolge festlegenProzessliste mit Schutzbedarf, EntscheidungsvorlageZahl der Geschäftsprozesse; Prozesslandkarte vorhanden oder nicht2.5, 2.6, Anhang 2
AP-03Leitlinie, Rollen, Kommunikation, Dokumentenlenkungfreigegebene Leitlinie, Organisationsdokument, Lenkungsverfahrenvorhandene Dokumente, Zahl der Rollen2.7 bis 2.9
AP-04Rahmen der Risikobetrachtung: Verfahren, Kriterien, Risikoappetit, RollenRichtlinie zur Risikoanalyse, Autorisierung durch die Leitungvorhandene Methode, z. B. nach 200-3 oder ISO/IEC 270052.11, Anhang 3
AP-05Informationsverbund abgrenzen, Assets und Abhängigkeiten erfassenAsset-Verzeichnis mit Abhängigkeiten und SchnittstellenZahl der Assets, Qualität von CMDB und Netzplan, Zahl der Prozesse mit hohem Schutzbedarf, Auslagerungen3.1, 3.2
AP-06Blaupausen wählen, Zielobjektkategorien zuordnen, Parameter konkretisierenAnforderungspaket mit KatalogstandZahl der Zielobjektkategorien, Zahl der Parameter3.3 bis 3.5
AP-07Umsetzungsstatus je Anforderung erheben und bewertenStatus mit Begründung, Einordnung nicht erfüllter SOLLTE-AnforderungenZahl der Anforderungen im Paket, Zahl der zuständigen Stellen4.1
AP-08Risikobetrachtung durchführenRisikoregister, Behandlungsentscheidungen, FreigabenProzesse mit hohem Schutzbedarf, nicht abgedeckte Assets, dauerhaft nicht erfüllte SOLLTE-Anforderungen4.2
AP-09Umsetzungsplan, Zuständigkeiten, Fristen, Fortschrittsverfolgungpriorisierter Umsetzungsplan mit NachweisenZahl der offenen Anforderungen und ihre Aufwandsstufen4.3 bis 4.5
AP-10Leistungsbewertung, internes Audit, Managementbewertung, VerbesserungAuditbericht, Managementbericht, Korrektur- und VerbesserungsplanAusmaß des Auditprogramms nach Kap. 5.2.1, z. B. Informationssysteme, Standorte, betroffene Personen5, 6

Den Übergang vom Bestand beschreiben die Arbeitspakete auf der Seite Migration; wie AP-01 bis AP-04 an einem durchgehenden Fall aussehen, zeigt die Fallakte, Teil 1.

Matrix mit zehn Arbeitspaketen AP-01 bis AP-10 als Zeilen und den Rollen Institutionsleitung, ISB, Geschäftsprozesseigentümer, IT-Betrieb, Fachbereiche, Fortschrittsverfolgung und Auditteam als Spalten. Die Zellen zeigen F für führt, M für wirkt mit, E für entscheidet und I für wird informiert; links neben den Zeilen sind die Prozessschritte von 300-1 als Band markiert.
Kapazitätsplan als Rollen-Matrix je Arbeitspaket. Eigene Darstellung nach BSI-Standard 300-1, Version 1.0 vom 20.10.2026; ohne Mengen- oder Zeitangaben.

Kapazitätsplan: wer in welchem Arbeitspaket gebraucht wird

Die Matrix ist das eigentliche Arbeitsergebnis. F heißt führt, M wirkt mit, E entscheidet oder gibt frei, I wird informiert; ein leeres Feld heißt, dass die Rolle nicht gebraucht wird. Die Zuordnung ist unser Vorschlag und an die Belege aus 300-1 gebunden, wo der Standard eine Rolle nennt.

APR1 LeitungR2 ISBR3 KoordinationR4 ProzesseigentümerR5 IT-BetriebR6 FachbereicheR7 Datenschutz, ComplianceR8 FortschrittR9 AuditteamR10 Dienstleister
AP-01EFMMIMM
AP-02EFMMIMI
AP-03EFMIIIM
AP-04EFMMIM
AP-05IFMMMMM
AP-06IFMIMI
AP-07IFMMMMMM
AP-08EFMEMMM
AP-09EFMEMMMM
AP-10EMMMMMMMF

Zwei Lesarten helfen beim Planen. Die Spalten zeigen, welche Rolle über das ganze Vorhaben gebunden ist: ISB und Koordination durchgehend, der IT-Betrieb vor allem in AP-05 bis AP-09. Die Zeilen mit einem E bei R1 zeigen, wo das Vorhaben auf einen Leitungstermin wartet. Das E bei R4 in AP-08 und AP-09 steht für die Autorisierung der Umsetzungsplanung durch die Risikoeigentümer (Anhang 3, Kriterium 31), die Freigabe der Restrisiken bleibt bei der Leitung (Kriterium 30).

Was den Umfang bestimmt: Mengentreiber erheben

Bevor Sie die Belastung je Rolle einschätzen, erheben Sie die Mengen. Die meisten liegen nach AP-01 und AP-02 vor, die Zahl der Anforderungen nach AP-06. Die Tabelle nennt, wo jeder Treiber wirkt und woher Sie ihn bekommen.

Mengentreiberwirkt aufWoherWarum er zählt
Geschäftsprozesse im AnwendungsbereichAP-02, AP-05, AP-07Prozesslandkarte oder vereinfachte Analyse nach Anhang 2Schutzbedarf je Geschäftsprozess (Kap. 2.6); jeder Durchlauf beginnt mit einem Prozess
davon mit hohem SchutzbedarfAP-05, AP-08Ergebnis AP-02Abhängigkeiten zum Geschäftsprozess dokumentieren (Kap. 3.2) und explizite Risikobetrachtung (Kap. 2.11)
Assets und ihre DatenquellenAP-05, AP-06CMDB, Asset-Register, Netzplan, Betriebshandbücher300-1 erlaubt, vorhandene Quellen zu nutzen (Kap. 3.1); ihre Qualität entscheidet, wie viel nachzuerheben ist
Zielobjektkategorien und Anforderungen im PaketAP-06, AP-07, AP-09Ergebnis AP-06Jede Anforderung braucht einen Status (Kap. 4.1.1)
Verteilung der Aufwandsstufen im PaketAP-09Feld effort_level im Katalogzeigt, wie viele Anforderungen Quick Wins (Stufe 1) und wie viele aufwändige, komplexe Maßnahmen (Stufe 5) sind
StandorteAP-01, AP-05, AP-10AnwendungsbereichBegehungen, Gebäudeanforderungen, Ausmaß des Auditprogramms (Kap. 5.2.1)
wesentliche Dienstleister und AuslagerungenAP-05, AP-07Verträge, AuslagerungsregisterOutsourcing-Abgrenzung (Kap. 3.1); Status hängt an Auskünften Dritter
Altbestandallevorhandenes ISMS nach Kompendium 2023 oder ISO/IEC 27001verkürzt manche Pakete, verlangt dafür einen Abgleich; siehe Migration

Zur Verteilung der Aufwandsstufen gibt der Katalog selbst einen Anhaltspunkt. Im Build vom 29.10.2026 haben von den 99 Anforderungen der Methodik und des Risikomanagements 79 die Stufe 0, die laut Namespace nicht bewertet wird, weil die Umsetzung in jedem Fall zwingend erforderlich ist. Bei den 901 Anforderungen aus dem Kernel verteilen sich die Stufen so: 0: 69, 1: 44, 2: 166, 3: 275, 4: 158, 5: 189 (eigene Zählung). Ihr eigenes Paket wird eine andere Verteilung haben; zählen Sie nach AP-06 nach.

Durchgerechnetes Beispiel (fiktiv)

Die Muster Software GmbH (frei erfunden) entwickelt eine Fachanwendung für öffentliche Auftraggeber und betreibt sie im eigenen Rechenzentrum. Erhoben nach AP-01 und AP-02: sechs Geschäftsprozesse im Anwendungsbereich, davon zwei mit hohem Schutzbedarf; zwei Standorte; drei wesentliche Dienstleister; eine CMDB, in der die Zuordnung von Anwendungen zu Systemen für etwa die Hälfte der Systeme fehlt; kein ISMS nach Kompendium 2023. Die Leitung hat entschieden, mit dem Geschäftsprozess „Betrieb der Musterakte“ zu beginnen, dem Betrieb der Fachanwendung.

Die Tabelle zeigt die geschätzte Belastung je Rolle im ersten Durchlauf in drei Stufen: hoch, mittel, gering. Die Stufen sind relativ zueinander gemeint und ersetzen keine Stundenplanung; sie zeigen, wo Engpässe zu erwarten sind und wofür die Leitung Kapazität freigeben muss.

APMengen im BeispielISBProzesseigentümerIT-BetriebLeitungEngpass und Gegenmaßnahme
AP-011 Institution, 2 Standorte, Verpflichtungen aus Verträgen mit AuftraggebernhochgeringgeringmittelVertragsunterlagen liegen beim Vertrieb; Ansprechperson benennen
AP-026 Prozesse, keine Prozesslandkartehochmittelgeringmittelvereinfachte Analyse nach Anhang 2 in einem Workshop je Bereich
AP-03keine Leitlinie vorhandenhochgeringgeringmittelAbstimmung mit Datenschutz und Personalvertretung früh terminieren
AP-04keine Risikomethode vorhandenhochmittelgeringmittelMethode an den 35 Mindestkriterien ausrichten
AP-05erster Prozess mit hohem Schutzbedarf, CMDB lückenhaftmittelmittelhochgeringIT-Betrieb ist zugleich mit dem Tagesbetrieb ausgelastet; feste Zeitfenster vereinbaren
AP-06Paket für den ersten Prozesshochgeringmittelgering-
AP-07Status je Anforderung, drei Dienstleister auskunftspflichtighochmittelhochgeringAuskünfte der Dienstleister vorab anfordern
AP-08Risikobetrachtung für den ersten ProzesshochhochmittelmittelProzesseigentümer ist Risikoeigentümer und muss selbst bewerten
AP-09Umsetzungsplan für die offenen AnforderungenmittelmittelhochmittelFortschrittsverfolgung beim ISB, die Umsetzung beim IT-Betrieb (Kap. 4.5); weil der ISB insgesamt hoch belastet ist, übernimmt das Controlling die monatliche Statuszusammenstellung
AP-10internes Audit über den ersten DurchlaufmittelgeringmittelmittelAuditteam unabhängig besetzen, intern oder extern

Ergebnis für die Entscheidungsvorlage: Der ISB ist in sieben von zehn Paketen hoch belastet. Die Erläuterung zu GC.9.1.1.1.1 lässt eine nebenamtliche Wahrnehmung nur zu, wenn ausreichend Zeit für die Aufgaben bleibt; die Vorlage schlägt deshalb einen festen Zeitanteil des ISB für das Vorhaben vor und benennt eine Vertretung (GC.9.1.1.2). Der IT-Betrieb ist in AP-05, AP-07 und AP-09 der Engpass; die Vorlage schlägt feste Zeitfenster vor und weist darauf hin, dass die Priorisierung nach UMS.2.2 die Ressourcenverfügbarkeit berücksichtigen muss. Die übrigen fünf Geschäftsprozesse folgen in späteren Durchläufen mit eigener Kapazitätsplanung.

Checkliste: die Ressourcenfreigabe als Entscheidungsvorlage

Die Vorlage an die Institutionsleitung sollte so aufgebaut sein, dass die Leitung über Kapazität entscheiden kann, ohne die Methodik im Einzelnen zu kennen. Diese Punkte gehören hinein:

  1. Umfang des Durchlaufs: Geschäftsprozess, Anwendungsbereich, Standorte (Kap. 2.3, 2.6)
  2. Rollen mit Besetzung, Vertretung und erforderlicher Qualifikation (GC.9.1.1.2, GC.9.1.1.4)
  3. Kapazitätsplan: Rollen-Matrix und Belastungsstufen je Arbeitspaket
  4. erhobene Mengentreiber und die Annahmen, die noch offen sind
  5. Engpässe mit Gegenmaßnahme, ausdrücklich der Zeitanteil des ISB (GC.9.1.1.1.1)
  6. Interessenkonflikte und wie sie vermieden werden (Kap. 2.8, 4.5; GC.9.1.1.3)
  7. wo externe Unterstützung eingeplant ist und wofür
  8. materielle und technische Ressourcen, etwa Werkzeuge für Asset-Erfassung oder ISMS-Dokumentation (Erläuterung zu GC.8.1)
  9. Zeitpunkt der Fortschreibung des Plans, etwa mit jedem Statusbericht nach Kap. 4.5 und in der Managementbewertung nach Kap. 5.3
  10. Beschlussvorschlag

Halten Sie den Beschluss wie die übrigen Leitungsentscheidungen nach Kapitel 2.10 dokumentiert fest. Für die Umsetzungsphase folgt eine eigene Vorlage, weil die Leitung das Vorgehen nach Kapitel 4.4 gesondert freigibt.

Externe Unterstützung einplanen

Externe Unterstützung entlastet einzelne Rollen; die Verantwortung bleibt, wo sie ist. Für das ISMS liegt sie bei der Institutionsleitung (Kap. 2.10), und Prozesseigentümer bleiben Risikoeigentümer ihrer Risiken. Extern vergeben lassen sich etwa die Vorbereitung von Entscheidungsvorlagen, Moderation und Methodik, die Prüfung einer bestehenden Risikomethode gegen Anhang 3 oder ein internes Audit, wenn das Auditteam unabhängig vom Aufbau ist.

Blackfort Technology unterstützt bei der Entscheidung und Übergangsplanung mit einer Entscheidungsvorlage, die den Ressourcenbedarf enthält, bei Readiness-Analyse und Migrationskonzept sowie bei der Umsetzung. Umfang und Preis legen wir nach einem Erstgespräch in einem Angebot fest; auf dieser Website nennen wir keine Preise. Die Rolle des externen Informationssicherheitsbeauftragten beschreibt Blackfort Technology auf der Firmenseite.

Leistungen: Beratung zu IT-Grundschutz und Grundschutz++, Readiness und Migrationskonzept. Externer ISB: https://www.blackfort-tec.de/consulting-pages/externer-informationssicherheitsbeauftragter.

Rechtehinweis: Zitate aus BSI-Standard 300-1 (Quelle: BSI-Seite zu Grundschutz++) sind © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und stehen nicht unter CC BY-SA 4.0. Der Lizenzhinweis am Seitenende gilt nur für die Auszüge aus den Katalogdaten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Aufwand für IT-Grundschutz?
Eine allgemeine Zahl gibt es nicht; weder BSI-Standard 300-1 noch der Anwenderkatalog nennen eine. Der Aufwand hängt an Mengen wie der Zahl der Geschäftsprozesse und davon mit hohem Schutzbedarf, der Zahl der Assets und Standorte, den wesentlichen Dienstleistern und der Qualität vorhandener Unterlagen. Erheben Sie diese Mengen zuerst und planen Sie dann je Rolle und Arbeitspaket.
Wer gibt die Ressourcen für ein Grundschutz-Vorhaben frei?
Die Institutionsleitung. 300-1 nennt die Freigabe der Ressourcen unter den Entscheidungsvorlagen in Kapitel 2.10; das Vorgehen der Umsetzung gibt die Leitung nach Kapitel 4.4 frei, weil sie die Ressourcen bereitstellen muss.
Kann der Informationssicherheitsbeauftragte das Vorhaben nebenbei betreuen?
Nach der Erläuterung zu GC.9.1.1.1.1 kann der ISB die Aufgabe in kleinen Institutionen neben anderen Aufgaben wahrnehmen, wenn ihm ausreichend Zeit bleibt und kein Interessenkonflikt besteht. Die Anforderung selbst ist eine MUSS-Anforderung: Der ISB muss hinreichende Ressourcen erhalten. Halten Sie den Zeitanteil deshalb ausdrücklich fest.
Welche Rollen braucht ein Grundschutz-Vorhaben mindestens?
Institutionsleitung, ISB, Eigentümer der betrachteten Geschäftsprozesse und IT-Betrieb sind in jedem Durchlauf gefragt. Dazu kommen die Fortschrittsverfolgung, die nach 300-1 nicht bei der umsetzenden Person liegen soll (Kap. 4.5), und ein unabhängiges internes Auditteam (Kap. 5.2.2).

Kontakt aufnehmen

Ihr Vorhaben besprechen

Schildern Sie kurz Ihre Ausgangslage. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was Sie brauchen.

Erstgespräch anfragen

Quellen

Zitate aus BSI-Standards und BSI-Webseiten sind © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wortgetreu, in Anführungszeichen und mit Quellennachweis wiedergegeben. Unabhängiges Angebot, kein Angebot des BSI.

Stand
01.11.2026
Fachlich geprüft am
01.11.2026
Katalogstand
Grundschutz++ Anwenderkatalog, Build 2026-10-29 (Stand-der-Technik-Bibliothek, Commit c3f37859 vom 30.10.2026)

Lizenzhinweis

Diese Seite enthält Auszüge aus Katalogdaten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Die Auszüge stehen unter derselben Lizenz. Die Lizenz gilt nur für diese Katalogauszüge; Zitate aus BSI-Standards sind © BSI und als Zitat mit Quellennachweis wiedergegeben.

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information zu IT-Grundschutz und Grundschutz++ und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG). Sie ersetzen weder die Prüfung durch eine Auditorin oder einen Auditor noch eine Entscheidung der Zertifizierungsstelle.